Walhaisafari MS IHOO
Viele Menschen teilen mit
mir sicherlich das Erlebnis ein- oder mehrmals fast
einen Walhai gesehen zu haben. Es läuft eigentlich
immer nach demselben Schema ab. Entweder man hört an
der Tauchbasis, dass er vor 3 Tagen gesehen wurde
oder man hat sogar Leute auf dem eigenen Boot, die
ihn gesehen haben wollen. Nur man selbst sah ihn
nicht. Um diesem Trauma entgegen zu wirken beschloss
ich in diesem Jahr eine spezielle Walhaisafari
entlang der Küste der philippinischen Insel Leyte zu
buchen.
Der Deutsche Steffen Löscher und seine Frau Ludy
bieten mit ihren Malipayon-Divers genau so eine
Walhaisafari an.
Wie alles begann
Der seit 1997 auf den Philippinen ansässige Deutsche Steffen Löscher mietete im Jahre 2001 eine Banka, um mit Freunden die Gewässer der Sogod Bay zu erkunden und zu betauchen.
Wegen schlechtem Wetter mussten sie eine Nacht in der Pintuan Bay warten und konnten nachts einige Male die Flossen von Walhaien in der Bucht sehen. Die Idee für die Walhaisafari war geboren.
Also gründetete er zusammen mit seiner Frau Ludy die Malipayon-Divers, baute ein Boot (die MS IHOO) und begann als erster Walhaisafaris in der Sogod Bay anzubieten.
Das Boot
Die MS IHOO ist ein Boot mit 22,5 m Länge und 5m Breite. Das Boot verfügt über 3 Kabinen, wovon 2 Kabinen jeweils 2 Einzelbetten enthalten. Im Bugbereich gibt es die Honeymoon Cabin mit einem geräumigen Dobbelbett.Die MS IHOO ist kein Luxusboot, bietet aber bei einer Belegung mit max. 6 Tauchern ausreichend Platz und alles was das Taucherherz begehrt.
Der Aufenthaltsbereich ist großzügig und bietet genug Platz, um gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen oder um sich am Abend die Fotos anzuschauen. Im gemeinsamen Bad kann man jederzeit eine warme Dusche geniessen.
Bei schönem Wetter lädt das riesige Sonnendeck zum Verweilen. Meistens haben wir auf unserer Tour hier gegessen, um nebenbei noch ein Auge auf die Walhaie zu werfen.
Für die Taucher gibt es auf der MS IHOO alles was das Herz begehrt. Es stehen 12 Flaschen a 12l wahlweise mit DIN oder INT Anschluss zur Verfügung. Die Flaschen werden mit dem bordeigenen Kompressor gefüllt.
Um Akkus von Lampen und Fotoausrüstung zu laden, steht im Aufenthaltsraum ein eigener Bereich mit entsprechenden Netzanschlüssen zur Verfügung. Strom steht mit dem eigenen Generator tagsüber zur Verfügung und nachts kann auf einen Inverter zur Stromversorgung zurückgegriffen werden.
Transfers
Ab der Saison 07/08 erfolgt die Abfahrt generell nur noch von Ubay auf Bohol. Die Anreise erfolgt dann von Cebu mit der Schnellfähre nach Tagbilaran. Von dort sind es dann noch 2 h mit dem Taxi nach Ubay.Außerdem ist es natürlich möglich von Panglao (Alona) oder von Cabilao aus anzureisen.
Auch eine Kombination mit Leyte ist möglich, denn es gibt eine direkte Fährverbindung von Bato auf Leyte nach Ubay.
Somit ergeben sich interessante Kombinationsmöglichkeiten, um die Walhaisafari optimal in den Gesamturlaub einzubetten.
Alle Transfers können individuell bei Steffen gebucht werden.
Die Tour
Noch vor dem Sonnenaufgang setzte sich das Schiff in Bewegung. Nach einem ausgiebigen Frühstück erwartete uns schon unser erster Tauchgang an der Tankaan Halbinsel in Southern Leyte. Wir waren , wie immer auf unserer Reise, das einzige Boot am Tauchplatz. Es war ein schöner Tauchgang in unberührter Unterwasserlandschaft. Wir stießen auf zwei riesige verspielte Tintenfische und ich ärgerte mich schon ein wenig, dass ich das Makroobjektiv gewählt hatte. Danach ging es weiter in die Sogod Bay zu den Walhaien und das Makro wurde für den Rest der Reise verbannt.
Hier blieben wir bis zu unserer Rückreise und begannen unsere Suche nach den Walhaien, die in dieser Gegend übrigens Tiki genannt werden.
Ich dachte immer einen Walhai zu sehen, wäre das ultimative Erlebnis für einen Taucher. Mir hat aber die Suche nach dem Walhai ebensoviel Freude bereitet. Wir platzierten uns mit einem Kaffee in der Hand auf dem höchsten Punkt des Schiffes und hielten Ausschau. Es gibt zwei Möglichkeiten einen Walhai zu entdecken. Zum einen, wenn der Walhai so freundlich ist seine Flosse aus dem Wasser zu strecken. Das erkennt jeder. Die zweite Möglichkeit ist, wenn er knapp unter der Oberfläche schwimmt einen Schatten wahrzunehmen. Das ist definitiv etwas für Fortgeschrittene. Steffen und seine Crew sind Meister auf diesem Gebiet. So starrten wir also gebannt auf die See und hofften darauf irgendetwas zu sehen. Es war ein bisschen wie Ostern aber mit 200% mehr Adrenalin.
Wir mussten nicht lange warten, da hatten wir auch schon unsere erste Begegnung. Das ganze Boot inklusive Crew war in heller Aufregung. Sogar die Köchin kam aus der Kombüse gerannt und schrie Tiki, Tiki. Man merkte allen die Begeisterung für diese außergewöhnlichen Tiere an. Der Kapitän versuchte nun den Kurs des Walhaies zu kreuzen und wir warteten auf sein Zeichen zum Reinspringen. Auf Empfehlung von Steffen versuchten wir es beim ersten Mal mit Schnorcheln, um das Verhallten der Tiere erst einmal kennen zu lernen. Auf sein Zeichen sprangen wir ins Wasser, schauten uns um und sahen den Walhai 2m von uns entfernt. Es war fantastisch. Endlich entwalhait!!!
Man muss sich schon ganz
schön anstrengen um mit dem Walhai mitzuhalten, wenn
er gemütlich schwimmt. Wenn er weg will, dann ist er
weg. Ich konnte zwar einige Male ganz gut mithalten,
aber als ich dann abtauchte um zu fotografieren,
musste ich feststellen dass ich wegen der Anstrengung
zuvor nur Luft für wenige Sekunden hatte. Das machte
das fotografieren nicht einfach und stärkte den
Wunsch in mir, mit Gerät zu tauchen.
Dazu bot sich dann auch am nächsten Tag die
Gelegenheit, an dem wir 3 Walhaibegegnungen hatten.
Ich ließ mir meine Ausrüstung ins Wasser reichen und
verbrachte mehrere Minuten mit einem Walhai auf 20m.
Es ist beeindruckend wie elegant sich diese Tiere
trotz ihrer Größe um einen herum bewegen können.
Zwischen den Walhaien verwöhnte uns Steffen aber auch
immer wieder mit wunderschönen unberührten
Tauchplätzen, wie zB. Timba oder Napantaw. Diese
gehören zu den besten Tauchspots, die die Philippinen
zu bieten haben.
Aber irgendwie zog es uns immer wieder zu den
Walhaien und Steffen erfüllte uns diesen Wunsch auch,
obwohl der Diesel langsam knapp wurde.
Auch kulinarisch wurden wir an Bord verwöhnt. Das
Essen schmeckte wirklich ausgezeichnet und war sehr
abwechslungsreich. Darum kümmerte sich Steffens Frau
Ludy und eine Köchin. An einem Abend haben wir sogar
an Bord gegrillt. Angelockt durch das Licht und das
Plankton schaute sogar mal ein Walhai vorbei und
tauchte mal kurz neben dem Beiboot auf.
Am letzten Abend schwamm dann noch ein Walhai aus
Versehen gegen unser Boot. Es gab einen ordentlichen
Rums, aber dem Tier ist nichts passiert. Es wimmelte
dort offensichtlich nur so von Walhaien.
Die Tage vergingen zu schnell und wir hätten die
5-tägige Tour gerne noch verlängert.
Fazit
Ich kann diese Tour wirklich nur empfehlen. Der Preis von 440 € für fünf Tage inkl. Vollpension und No Limit Tauchen ist jeden einzelnen Cent wert.Es erwarten einen unvergessliche Augenblicke und Steffens Erfolgsquote liegt derzeit bei über 90%. Selbst wenn man mal keinen Walhai sieht, so gibt es doch im Süden von Leyte sehr lohnenswerte Tauchplätze.
Das Boot bietet alles was man braucht, wenn man bereit ist auf allzu großen Luxus zu verzichten. Menschen, in denen noch ein Fünkchen Abenteuerlust vorhanden ist, werden sich hier wohlfühlen.
Steffen organisiert auch andere Touren und eine so genannte Exploration Tour. Auf dieser Tour werden neue Tauchplätze erforscht und man hat die Möglichkeit als erster neue Spots zu entdecken.
Buchung und Infos:
Homepage Malipayon Divers
Fotogalerie:
Galerie

























